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Die Gibb River Road

Moin Leute!Jetzt muss ich mal schauen, ob ich das ganze noch auf die Reihe bekomme, denn es ist echt viel passiert auf der Gibb River Road und geschrieben habe ich bis jetzt noch nichts.Fangen wir einfach von vorne an.Nun waren wir doch nach langer Überlegung, einholen von verschiedensten Informationen zu den Bedingungen der Straße bis hin zum Stand der Flüsse und Absprachen für den Fall eines Unfalls bis hin zum Totalschaden aufgebrochen.35 Liter Wasser, Essen für mehr als eine Woche, ein Abschleppseil, 5l Ersatzöl, ein Reifenrepairkit und einige Episoden der drei Fragezeichen sollten uns reichen um die Gibb river Road in unserem Konvoi zu meistern. Es gab viele unbekannte Komponenten. Keiner wusste wie gut oder schlecht die Gravel Road wirklich wird, keiner wusste ob die Rivercrossings nicht doch an die 50cm Marke herankommen, keiner wusste ob mein Auto 600km Vibration auf der Gravelroad überhaupt aushalten konnte. Doch dies war eine einmalige Chance und allein bei dem Konvoi, der Tagestouren auf 4WD tracks erst ermöglichte war es wert dieses Wagnis einzugehen. Und wir wurden nicht enttäuscht! Am Anfang war die Straße noch einspurig geteert, was uns natürlich entgegenkam, doch schnell war auch dieser Luxus vorbei und wir waren wieder auf einer Straße unterwegs, welche uns mit Staub Luft sowie Sicht nahm und mit Waschbrettähnlichen Huckeln uns sowie das Auto bis ins Mark erschütterte, was unsere Ohren dröhnen ließ. Oft tauchten Steine unvermittelt vor uns auf, welche in abenteuerlichen Manövern umfahren werden mussten oder wenn die Zeit dafür nicht reichte an die Achsen mit einem Lauten Knall anschlugen. Ich fuhr den ganzen Weg und manchmal gab es unverhofft Löcher sowie Ausspülungen, welche mit zu viel Geschwindigkeit oder der Falschen Platzierung der Reifen durchaus fatal hätten seien könnten. Die Autowracks am Straßenrand bewiesen dies jedenfalls eindrucksvoll und so musste der Blick stets wachsam bleiben. Durch die Vibration wurden die Hände taub, was man nach einiger Zeit allerdings kaum noch bemerkte und immer wieder durch ballen der Fäuste zu bekämpfen versuchte. Doch trotzdem gingen die Stunden gut rum, denn einerseits war diese Straße deutlich abenteuerlicher als ein Highway, wo ich immer Gefahr laufe einzuschlafen, die Aussicht war stets der Hammer und wechselte deutlich öfter als erwartet. Zum Beispiel fuhren wir am ersten Tag durch eine weite flache Fläche, gespickt mit Termitenhügeln, die wie kleine Spitze Berge aus der Erde emporsprossen und kleinen Bäumen die es hier und dort schafften die Trockenweit und Hitze zu überdauern, wobei weit entfernte Berge den Hintergrund prägten. Als wir den Bergen immer näher kamen entpuppten sich diese als Schwarze Felswand, welche Orange geädert mehr als 30 Meter vor uns aufragte.Dort bogen wir zum ersten Stopp ab, welcher uns auf einem sandigen Pfad zwischen zwei dieser Wände führte. Bei diesen handelte es sich um uralte Riffe, welche zu einem längst vergessenen Zeitalter noch vom Meer umspült worden waren. Dass diese so geschaffene Gorge von bestimmt 40 Süßwasserkrokodilen, welche im übrigen Wasser herumtrieben oder sich auf den Sandbänken sonnten, bevölkert wurde war natürlich ein besonderes Highlight und stimmte uns schon euphorisch, auch wenn die Jungs mich davon abhielten einem Krokodil am Schwanz zu ziehen, weil sie meiner Meinung nach doch etwas zu viel Respekt vor diesem kleinen Ding hatten. Doch so wanderten wir ohne den Krokodilen zu nahe zu kommen staunend umher, bis die Hitze und der Staub den wir aufwirbelten uns zur Umkehr bewegten.Dann gab es ein Teammeeting, wie es es noch häufiger geben sollte, denn es musste entschieden werden, wo wir die Nacht heute verbringen sollten. Einerseits konnten wir auf dem Campingplatz direkt an der Gorge bleiben, was wir allerdings mit 10$ pro Kopf für ein Stück Gras als doch recht teuer empfanden, andererseits konnten wir weiter dem Abzweig folgen, welcher uns dem Spot für den nächsten Tag näher bringen würde und dort irgendwo nach einem Spot suchen, der nicht von einem Ranger, dem natürlichen Feind des Backpackers, heimgesucht werden würde.Da die Mitglieder unserer Gruppe nicht so großzügig gesponsert werden haben wir uns natürlich für letzteres entscheiden und fuhren weiter. Leider kamen wir bereits nach kurzer Zeit an ein Schild, welches das Gebiet welches wir betreten wollten als Privatbesitz mit striktem Campingverbot auswies. Doch wir waren ja Kummer gewohnt und Campten dann halt unmittelbar vor dem Schild in einer kleinen Ausbuchtung.Vielleicht nicht ganz legal und doch recht nah am passierenden Verkehr, doch bis auf die Roadtrains, welche man aus gefühlten 10km schon hören konnte und welche uns beim Passieren in eine Wolke aus Staub hüllten war dieser Spot meiner Meinung nach garnicht so schlecht und ein Hingucker für passierende Touristen, welche doch etwas gesitteteres Campen betrieben, war es allemal. So ging der erste Tag am Straßenrand zuende. Am nächsten Tag ging es weiter zum nächsten Spot: der Tunnel Gorge.Schon am Tag zuvor erfuhren wir von Pascal, einem anderen Backpacker, welcher unser Gefährt bestaunt hatte und welcher uns in den kommenden Tagen noch weiter auf die Nerven gehen sollte, dass man dort im Dunkeln durch Hüfthohes Wasser waten musste, welches allerdings auch von Krokodilen bewohnt wurde. Natürlich glaubten wir ihm nicht, weil er doch wie jemand schien, der viel Redet wenn der Tag lang ist und stiegen dürftig mit Badehosen und Kopflampen bewaffnet hinunter in die Dunkelheit.Das Wasser war kalt und trotz des heißen Wetters war es schön kühl in der Höhle, eine willkommene Abwechslung. Kleine Stalaktiten hingen von der Decke, manchmal glatt so wirkend, als wenn sie jeden Moment herunterstürzten würden. Doch tapfer ging es immer weiter, was gleich mit einer wunderbaren Überraschung belohnt wurde. In einer der kleinen Ausbuchtungen des Flusses der langsam durch die Gorge lief kam Wasser aus der Wand und lief über einen aus der Wand herausragenden Stein, welcher dadurch an einen Wasserpilz, wie man ihn aus dem Atlantis oder anderen Bädern kennt, erinnerte. Er war über die Jahre vom Wasser mit einer Kalkschicht überzogen und hatte so eine huckelige Struktur, welche Sacha unwiederstehlich zum Anfassen aufforderte. Unser Glück, denn so merkte er: Das Wasser aus der Wand war warm! So stürmten natürlich alle ins Wasser und gönnten sich erstmal eine mal wieder längst überfällige Dusche. Purer Luxus! Doch noch war der Weg nicht zuende und weiter ging es über feinen Kies, große Felsen und immer wieder durch das kalte Nass. Kurz vor dem Ende der Höhle, wo die Decke bereits wieder erste Lichtstrahlen durch kleine Risse im Gestein ließ machte Frederik eine beängstigende Entdeckung. Er hatte seine Lampe über das Wasser schweifen lassen, wo es hier und da von einem kleinen Fisch reflektiert wurde, doch dann sah er zwei Reflexionen nah aneinander, die nicht wie die Fische direkt wieder verschwanden. Als er einen Schritt näher trat ließ der Schatten, welcher sie umgab keinen Zweifel zu: Ein Krokodil! Schnell rief er die anderen und mich, doch wir konnten nur beobachten wie dieses die Augen schloss und in das trübe Wasser untertauchte. Es war nicht das größte, welches wir gesehen hatten und doch erfüllte uns diese Entdeckung mit Verunsicherung für den Rückweg, denn umgehen konnte man das Wasser nicht. Doch glücklicherweise wurde keiner von uns angefallen und so ging es unversehrt zurück auf die main Road. Auf dem Weg gab es schon die erste Komplikation, denn ein Stein verpasste einem der zwei Pathfinder mit denen wir unterwegs waren einen Riss, dass die Luft nur so zischte. Zum Glück bemerkten unsere Kameraden dies schnell und so wurde dieses Problem mithilfe des Reparaturkits bald aus der Welt geschafft. Zwar machten wir uns etwas Gedanken, denn eigentlich hatte die Gibb River Road gerade erst begonnen, doch da die Reparatur ohne Probleme funktioniert hatte erfüllte es uns auch mit Selbstbewusstsein, welches wir heute noch einmal brauchen werden würden, denn auf unserem Weg erwarteten uns zwei Rivercrossings. Das erste war kurz, doch steinig und langsam fuhren wir durch das kalte Nass, was unsere Freunde mit lautem Jubel unterlegen, dass erste Crossing war kaum war es aufgetaucht auch schon geschafft! Doch schon bald standen wir vor dem nächsten Fluss, welcher aber zum Glück gut asphaltiert und aktzeptabel tief war, so war dieser auch kein Hindernis, sondern lediglich eine Fotokulisse, durch die unsere Freunde mit ihren Wagen und einer Wolke aus zerstobenen Wasser durchheizten. Glück gehabt! Jedenfalls ging es weiter auf der Straße, welche sich durch das Riff schlängelte und uns in mehr und mehr bergiges Gebiet führte, wo uns unser nächster Stopp erwartete. Die Bell Gorge war durch einen kurzen Fußweg erreichbar und bestand aus zwei orangefarbigen Felswänden, von etwa 12 Metern Höhe, die ein Becken flankierten, welches von einem dreistöckigen halbrunden Wasserfall gespeist wurde. Natürlich kletterten wir schnell hinab und gönnten uns ein erfrischendes Bad. Doch das war Sascha, Chris und Konsti nicht genug, denn der Pool war tief und die Klippen hoch. Drum ging es nach diversen Tauchgängen um die Tiefe sicher bestimmen zu können wieder hoch um erst von einem wohl 5 Meter hohem Vorsprung den Sprung in die Tiefe zu wagen. Ohne zu zögern sprangen Chris und Konsti, was Sacha direkt ermutigte eine Stufe höher zu Steigen und nun glatten sieben Metern freiem Fall ins Auge zu schauen. Unten angekommen gab es natürlich nur einen Gedanken: Schnell wieder hoch und dieses Mal kam ich mit. Wenn schon denn schon dacht ich mir, drum ging es direkt auf die sieben Meter, auch wenn ich noch keinen Sprung aus dieser Höhe gewagt hatte. Doch jetzt war meine Chance und auf drei ging es los. Der Flug war länger als erwartet und mein Gesäß dankte mir den leicht schrägen Aufprall nicht, doch froh mich überwunden zu haben ging es zurück zum Auto, denn die Sonne ging bereits unter. Am Carpark angekommen stellte sich wieder die altbekannte Frage. Wo können wir schlafen? In der Nähe war ein überteuerter Campground, doch es schien als wenn der Ranger nur Abends zu Kontrolle käme, so fingen wir an auf einer Bank am Parkplatz zu kochen um diesem aus dem Weg zu gehen. Wohl nicht die beste Entscheidung, denn kaum hatten wir die Nudeln in das kochende Wasser gegeben kam ein Auto zu uns gefahren, dem ein wutentbrannter Ranger entsprang. Dieser hatte nämlich eine halbe Stunde damit verschwendet an der Straße auf uns zu warten um zu sehen, dass wir den Carpark verlassen, was wir halt nicht getan hatten. Nun ja, eigentlich wollte er uns direkt verscheuchen, doch das war mit kochendem Essen nicht wirklich möglich, was er zwar nicht direkt aber nach langen Zuredendungen verstand. Diese ermöglichten es zwei von uns wegzuschleichen um wenigstens einen kleinen Teil unseres hart verdienten Geldes vor dem Staatlichen Zugriff zu retten, denn am Ende gab sich der Ranger damit zufrieden einfach die Campingfees für die übrigen sechs Leute einzusammeln und ließ uns unser Dinner in Ruhe beenden.Am nächsten Morgen ging es dann wieder zur Bell Gorge, denn diese hatte es uns echt mit ihren Sprungmöglichkeiten angetan. Außerdem hatte Sascha den Ranger gefragt ob es möglich wäre von der 12 Meter Steilwand zu springen, was dieser mit "man sollte es nicht machen, man darf es auch nicht machen, aber retten musste ich noch niemanden" zufriedenstellend bejahte. Ich muss gestehen, dass ich mich mit meiner Sprungerfahrung, welche eigentlich nur aus ungern gesprungenen drei Meter Brettern bestand, nicht an diesen Abhang wagte, doch unsere drei Geisteskranken der Gruppe kannten kein Halten und schwups die wups waren sie hinter der Kante der Klippe verschwunden. Keiner von ihnen streifte auch nur den Boden und so wurde der Tag darauf verwendet Backflips, Bauchbomben und für unseren Sprungmeister Sascha sogar Auerbacher von verschiedenen Höhen zu performen und zu perfektionieren. Nach diversen Bruchlandungen, sei es Rücken, Bauch oder auch mal nur der Hintern ging es verhärtet aber glücklich weiter auf unserem Weg.Die Straße war verhältnismäßig schmal geworden und schlängelte sich durch einen kleinen Wald, der durch die Tiefe Sonne und den Staub, der sich zwischen den Bäumen verging, wie eine mystische Märchenlandschaft wirkte und es hätte mich nicht verwundert, wenn wir uns auf einmal in Narnia wiedergefunden hätten.Doch stattdessen kamen wir an unseren Spot für die Nacht, einen verhältnismäßig kleinen Wasserfall mit Ropeswing und abgelegenen Carpark.Nach einer kurzen Erfrischung ging es dann ans Lagerfeuer, wo verschiedenste Geschichten zum besten gegeben wurden, doch dann näherte sich ein Geräusch und Panik breitete sich aus.Binnen Sekunden wurde das Lagerfeuer gelöscht und die Anwesenden auf 4 reduziert, denn campen war dort nicht erlaubt und keiner hätte Lust auf eine dicke Fine. Es dauerte gut fünf Minuten, die wir zitterten, doch dann wurde das Geräusch wieder leiser und entpuppte sich damit als Roadtrain. Da hatte uns, wie wir lachend feststellen, der Ranger von gestern wohl doch mehr gezeichnet als wir vermutet hatten und der Ausruf "Der Ranger", welcher die Paik ausgelöst hatte wurde von nun an zum Running Gag. Nach einem kurzen Bad am Morgen ging es dann weiter zum Mt Barnett Roadhouse, wo wir unser Obst sowie Benzin aufstockten und zur nächsten Gorge kraxelten.Doch ich fange an mich zu wiederholen: Bildschöne Landschaften, ein Wasserfall aus schwarzem Fels, Sprünge in verschiedensten Höhen und Variationen. Einfach wiedermal ein gelungener Tag! Am Nachmittag gab es dann erstmal etwas Luxus in Form eines Roadhouseburgers. Die Kassiererin musste dem Koch erst versichern, dass es sich wirklich um eine Bestellung handele, denn mit 8 Burgern hatten wir wohl die größte Bestellung des Jahres getätigt, doch schon bald hatten wir einen dampfenden Bürger vor der Nase und bald ging es wieder weiter Richtung El Questo National Park, sogar mit einem Stopp für die Nacht, wo man sich keine Sorge wegen eines Rangers machen musste. Doch schon kurz nach verlassen des Roadhouses kamen wir an einen Fluss, der die Straße überspülte und uns zum Anhalten zwang. Die anderen testeten den Weg und versanken beängstigend tief im Wasser. Also stiegen wir aus und wateten durch das Wasser um den besten Weg auszukundschaften. Dieser war zwar zum Glück nicht zu tief, doch der Asphalt war mit einer dicken Sandschicht bedeckt. Trotz des Risikos steckenzubleiben entschied ich mich selbst durchzufahren und nicht abgeschleppt zu werden. Als ich mich bereitmachte hatten sich bereits zwei kleine Menschenansammlungen an beiden Ufern gebildet, denn das wollte sich keiner entgehen lassen. Mit mäßigem Tempo fuhr ich in den Fluss und wurde bedenklich langsam, doch mit einem beherzten Druck auf das Gaspedal beförderte mich der röhrende V6 Motor in einer letzten Kraftanstrengung auf die andere Seite. Die Menge applaudierte und wir fuhren erleichtert Richtung Campsite. Somit klang der Tag am Lagerfeuer mit guter Musik aus meinem Kofferraum und Spielen, wo wir gemeinsam eine Geschichte ersannen, was immer schnell ins Verrückte ausartete, aus. Doch bevor wir El Questo mit seinen Pools, Gorges und vor allem heißen Quellen erreichen konnten hatten wir noch unser größtes Hindernis vor uns: Das letzte, tiefste und vor allem breiteste Rivercrossing. Bisher hatten wir die Rivercrossings ohne zu große Schwierigkeiten gemeistert, doch als wir unsere Freunde sahen, welchen das Wasser über die Motorhaube schwappte und das Heck bedrohlich wegdriftete, fiel uns dann doch das Lächeln aus dem Gesicht.Also wieder durch das Wasser waten, große Steine beiseite räumen und eine Route planen. Der Fluss maß bestimmt 150 bis 200 Meter und meine Nerven flatterten als ich ohne Abschleppseil meinem Kollegen hinterherfuhr. Der Erste Teil funktionierte ohne Probleme und mit garnichtmal so viel Geruckel, doch der tiefe Teil kam erst noch. Das Wasser stand schon im Kühler und eine schwüle Hitze breitete sich im Auto aus, doch der Motor lief wie eine eins und ehe man sich versah war ich auch schon auf der anderen Seite angekommen. Was für eine Erleichterung! Nun konnte es ohne Umwege in den National Park gehen, wo wir mein Auto am Eingang abstellten, denn die Rivercrossings hier waren definitiv nichts für mich und so fuhren wir auf der Matratze durch den von Palmen flankierten Fluss. Abends kamen wir so am Campingplatz an, leider mit einem kaputten Reifen an Daniels Auto, welcher nicht mehr geflickt werden konnte. Der Campingplatz war viel zu teuer, doch bat vernünftige Toiletten, eine kleine Küche und endlich mal wieder gute Duschen! So würde sich endlich mal wieder sauber gemacht, damit wir am nächsten Tag frisch und frei in den Nationalpark starten konnten. So ging es früh am Morgen zum wohl begehrtesten Stopp im Park, den Hot Springs! Unter Palmen plätscherte der warme Fluss, der dem anliegenden Berg entsprang, in einem System von Pools, wo wir einen natürlich direkt besetzten. Zugegeben, der Name Hot Springs war wohl etwas hochtrabend, warm springs würde wohl eher passen, aber beschweren kann man sich über badewannenwarmes Wasser direkt aus einer Bergquelle , welches Pools geformt aus Stein glasklar befüllt, wohl wirklich nicht. Und so vertrödelten wir die ersten Stunden des Tages in diesen Pools, ich versuchte sogar die Ursprungsquelle zu finden und kletterte in der Hoffnung auf einen privaten Pool den Berg hoch, wo ich wirklich einen kleinen Pool fand, welcher allerdings von kleinen Fröschen bevölkert wurde und auch schon über den Palmen lag, also kletterte ich noch etwas weiter, bis ich das Wasser nur noch unter mir durchfließen hörte und kehrte zu meinen Kollegen zurück, welche trotz dem hohen Andrang unseren Pool für die Gruppe verteidigen konnten. Wehmütig mussten wir ihn dann aber bald aufgeben, denn das sollte nicht der letzte Stopp für den Tag bleiben.Die nächste Gorge, welche in einem kleinen Wasserfall endete, war zwar schön, doch für uns verwöhnte Reisende nichts besonderes mehr. Es ist schon traurig, aber man stumpft mit der Zeit wirklich stark ab. Natürlich genießt man die Zeit und denkt sich immer wieder einfach nur "Wow!", doch man kommt an einen Punkt, wo man einfach immer öfter schon etwas krasseres gesehen hat und so wird ein kleiner privater Wasserfall, welcher damals noch ein Spot für mehrere Tage hätte sein können als "Nichts Besonderes" betitelt. So muss ich zugeben, dass mir mehr der schweißtreibende Weg, als die Wasserfälle an dessen Ende in Erinnerung blieben. Doch es ging danach weiter und der nächste Spot vermochte trotz unserer Erfahrungen wieder zu verblüffen.Es war wieder eine Gorge, deren gigantische Wände zuerst weit voneinander entfernt lagen, doch umso weiter man den Pfad beschritt, umso weiter kamen sie zusammen und liefen so wie ein V zusammen, wo ein Wasserfall einen schattigen Pool mit Wasser speiste. Wieder ein Atemberaubender Spot, vor allem wenn man etwas in den Pool hinein schwamm und beim nach oben schauen die Tropfen, in die das Wasser im Fallen zerstob, beim Fall verfolgte, was vor dieser riesigen teils schwarzen, teils orangenen und mit Moos und anderen Pflanzen bewachsenen Wand ein sehr imposantes Bild bot. Dies war einer der wenigen Wasserfälle, wo das Wasser direkt vom höchsten Punkt auf das Wasser aufkam und nicht vorher an der Wand auftraf. So war das Wasser hart wie Hagel als wir uns unter dem Strom begaben und obwohl der Strahl eher schwach schien konnte man sich darunter nicht über Wasser halten. Selbst eine kleine heiße Quelle fanden wir an diesem Spot, die ganz unscheinbar aus einer der Felswände tröpfelte, aber leider nicht in einen kleinen Pool floss, wodurch man sich nur an der Wand sitzend von dem warmen Wasser umspülen lassen und sich so aufwärmen konnte, denn das Wasser des Bassins in das der Wasserfall sich ergoss war, wie so häufig, eisig kalt. Und das war es auch schon mit der Gibb River Road, denn nachdem wir den Weg über Stock und Stein wieder bewältigt hatten ging es wieder auf geteerte Straße und dann schon wieder bald zurück in etwas, wo wir, so wie wir die letzte Woche gelebt hatten, kaum noch reinpassten: Zivilisation!Wir hören uns bald wieder, haltet die Ohren steif Malte der Überlebende

7.7.17 06:16, kommentieren

Der Wolfs Creek

Servus Leute!Gerade sitze ich hier im Kofferraum meiner Kollegen Frederik und Olli auf ihrer Matratze mit dem Sascha und werde über die 150km Gravel Road weg vom Wolfs Creek kutschiert. Schon etwas angenehmer als in meinem Station Wagon, dass muss ich zugeben. Es rappelt zwar schon gut und manche Bodenwellen sowie Kurven darf man echt nicht unterschätzen, aber nach Steinen, die einem die Achse oder den Motor demolieren, muss man sich zum Glück nicht wirklich umschauen. Das war bei uns anders und deswegen haben wir unser Auto für das letzte Stück -150km gravel Road- zum Wolfs Creek auf einem Caravan Park deponiert, denn beim Parken auf der Straße hätte man sich wohl einer eingeschlagenen Scheibe sicher sein können, denn das hier ist Aborigine Gebiet und das sind nicht die von der guten Sorte. Aber das das so ist liegt nicht wirklich an den Abos, wie wir sie hier kurz nennen, sondern daran, wie die westlichen Eindringlinge mit Ihnen umgesprungen sind. Ähnlich wie bei den Indianern wurde den Aborigines von einer Generation auf die Andere ein "moderner" Lebensstil aufgedrückt, der sich ja doch sehr vom Leben als Jäger und Sammler unterscheidet. Zwangsarbeit, Verschleppungen, systematisch aufgebaute und ausgebeutete Sucht waren die Methoden wie die Siedler sich günstige Arbeiter sicherten. Wenn Sie überhaupt dafür bezahlt wurden war das nicht in Geld, was ihnen vielleicht ermöglicht hätte ein Teil der Gesellschaft zu werden, sondern in Alkohol und Zucker, welcher nebenbei kaum vom Körper der Abos verarbeitet werden konnte und noch heute in vielen Fällen zu Diabetes und deutlich früherer Sterblichkeit führt. Wenn man sich das in die Gedanken ruft bekommt man einen ganz neuen Blick auf die oft in der Öffentlichkeit trinkenden, herumlungernden und rumschreienden Aborigines.Es ist schon verrückt, Aborigines sind erst in den 1970er Jahren als Staatsbürger in Australien anerkannt worden und noch heute ist Diskriminierung an der Tagesordnung, was es Ihnen schwermacht aus diesem Zustand herauszukommen, da Jobs zu finden so wirklich schwierig für sie ist. Aber gut, ich habe kaum persönlich was mit Ihnen zu tun und ich wollte darüber eigentlich garnicht schreiben, also zurück zum Thema.Wir sind gestern einen 450km Abstecher zum Wolfs Creek gefahren, was dank gutem Hörbuch wirklich schnell vorbeiging. Dann haben wir dort unser Lager aufgeschlagen und uns eine Kinonacht mit Burgern unter dem Sternenhimmel gegönnt. Gespielt wurde natürlich der Thriller Wolfs Creek, wo soll man ihn denn auch sonnst angucken? Schon gruselig wie man sich mit den Backpackern in dem Film identifizieren konnte, denn anders gelaufen wäre es bei uns wohl kaum und gut ausgegangen ist es auf jeden Fall nicht.Aber gut, mit mulmigen Gefühl ging es dann schlafen und am Morgen früh raus um den Sonnenaufgang zu bestaunen.Auf dem Kraterrand wartend kündigte der blutrote Himmel die aufgehende Sonne an und gab uns erste Einblicke in den ca 900m breiten Krater, wessen Rand nach 30.000 Jahren Regen und Wind nun noch 20 Meter in die Höhe ragt und einen perfekten Kreis bildet. Im Krater selbst wächst zuerst Stacheliges Gras, was aber im etwa 200 breiten Zentrum, wessen Boden von einer Salzschicht bedeckt ist, von pinken Blumen, welche vom Aufbau etwas an Fingerhut erinnern, weicht. Der Rand dieses Zentrums wird von etwa mannshohen grünen Büschen gesäumt und bildet so einen weiteren Kreis im Krater selbst, was gepaart mit dem Farbunterschied ein wirklich einzigartiges Bild bietet. So verbrachten wir den Morgen mit Erkundungen, Fotos und bloßem Betrachten. Doch nun geht es weiter Richtung Punulu National Park, wo ich nun gespannt bin, was dieser so zu bieten hat.Bis auf kleine Probleme mit Luft lassenden Reifen und einem unnötigen Blechschaden an einem mitfahrenden Auto steht es gut und die 1000km Umweg lohnten sich auf jeden Fall.Haltet die Ohren steif und bis dahinMalte der Meteorologe. PS: Der Eintrag zur Gibb River Road folgt noch. Ich war etwas schreibfaul in der Zeit und so ist der Eintrag noch in Arbeit. Doch soviel kann ich schonmal verraten: Wir haben es überlebt.

28.6.17 20:11, kommentieren